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weitere Informationen
unter: www.isan.org

 

FAQ

1. Was ist ISAN?

 

Die ISAN (International Standard Audiovisual Number) ist ein ISO-standardisiertes, freiwilliges Nummerierungssystem und dient der Identifikation audiovisueller Werke. Jedem im ISAN-System eingetragenen audiovisuellen Werk wird eine eindeutige, international anerkannte und unveränderbare Referenznummer zugeteilt.

 

Eine ISAN besteht nebst zwei Kontrollziffern aus 24 Hexadezimalziffern, die in verschiedene Segmente unterteilt sind: ein Wurzelsegment aus 12 Ziffern, dann ein Segment aus 4 Ziffern zur Identifikation von Episoden oder Teilen eines audiovisuellen Werks (falls anwendbar), und aus den letzten acht Ziffern zur Identifikation von Versionen. Die Kontrollziffern dienen dazu, die genaue Transkription der vorangehenden Ziffern in jeder ISAN zu überprüfen.

 

Der Stamm («Root») bleibt für ein audiovisuelles Werk unabhängig von Distributions- und Auswertungsform stets gleich. Die ISAN ist eine neutrale Nummer und enthält keine Inhaltsangaben wie Produktionsländer oder Vertriebsrechte. Alle ISAN sowie die zugehörigen Werkdaten sind im ISAN-System zentral gespeichert und online zugänglich.


2. Wo findet ISAN Anwendung?

 

Eine ISAN unterscheidet ein audiovisuelles Werk oder eine Werkversion eindeutig von allen anderen. Unabhängig von Sprachversion, Vertriebstiteln und anderen national oder regional bedingten Adaptionen kann ein mit ISAN ausgestattetes Werk jederzeit und überall identifiziert werden.

 

Damit dient ISAN den Bedürfnissen sowohl von Filmschaffenden, Rechteinhabern, Nutzern, Vertrieben wie Konsumenten: Sie ermöglicht etwa die Rückverfolgung der Auswertung von Filmen, dient dem automatischen Datenaustausch und der Datenführung, erleichtert die Ausrichtung von Urheberrechtsentschädigungen und die Tätigkeit von Förderinstitutionen.


3. Wann und wo erhalte ich eine ISAN?

 

Der ISO-Norm 15706 für den ISAN-Standard wurde im November 2002 anerkannt und publiziert. Das ISAN-System wird von der ISAN International Agency (ISAN-IA) mit Sitz in Genf geführt. Die Daten aller weltweit registrierten audiovisuellen Werke und Versionen werden dort zentral koordiniert und gewartet.

Die Internationale ISAN-Agentur ISAN-IA, welche das System verwaltet, befindet sich in Genf. Es muss folgendermassen vorgegangen werden, um eine ISAN zu erhalten:

  • Finden Sie die für Ihre Region zuständige ISAN-Registrierungsagentur (Liste der Registrierungs-Agenturen) auf www.isan.org – für die Schweiz zuständig ist ISAN Berne;
  • Registrieren Sie sich bei der Registrierungsagentur und warten Sie auf die Zulassung;
  • Nach der Registrierung als Kunde erhalten Sie Ihre persönlichen Zugangsdaten zum ISAN-System, wo Sie online eine ISAN anfordern können.

4. Was ist ein "audiovisuelles Werk"?

 

Für die Verwendungszwecke von ISAN ist der Begriff "audiovisuelles Werk" kein rechtliches, sondern ein praxisnahes Konzept.


Die anwendbare ISO-Norm definiert "audiovisuelles Werk" wie folgt::


Audiovisuelles Werk: Werk, das aus einer Sequenz von miteinander verbundenen Bildern besteht - mit oder ohne Ton - und mit geeigneten Mitteln als belebtes Bild sichtbar gemacht wird, unabhängig vom ursprünglich oder nachträglich verwendeten Medium.

Beispiele von Arten audiovisueller Werke, denen eine ISAN bzw. eine V-ISAN zugeteilt werden kann:

  • Kinofilme (z.B. Langspielfilme) sowie Kurzfilme;
  • Trailer (z.B. Vorschauen);
  • Produktionen für Fernsehen oder andere Vertriebskanäle, einschliesslich einzelne Episoden von Fernsehserien;
  • Industrie-, Lehr- und Instruktionsfilme;
  • Werbefilme;
  • Direktübertragungen und -aufnahmen von Ereignissen (wie Sportanlässe und Nachrichten);
  • Misch- und Multimediawerke, wenn diese eine signifikante audiovisuelle Komponente beinhalten.

Nicht-audiovisuellen Bestandteilen eines audiovisuellen Werks wird keine ISAN erteilt. So wird z.B. einem Spielfilm eine ISAN erteilt, jedoch nicht der Filmmusik, dem Drehbuch oder einzelnen Bildern, Standfotos des Films oder Multimediawerken ohne audiovisuelle Komponente.


5. Wie können Versionen von audiovisuellen Werken identifiziert werden?

 

Eine ISAN identifiziert ein audiovisuelles Werk – unabhängig von dessen Träger, Sprachversion, Vertriebsart usw. Jedoch besteht die Möglichkeit, Versionen eines audiovisuellen Werks und dazugehörender Inhalte mit einer V-ISAN zu identifizieren: Dazu wurde ein zusätzliches Identifikationssystem (die "V-ISAN") entwickelt und mit der ISO-Norm 15706-2:2007 standardisiert.

 

Wenn einem Werk eine ISAN zugeteilt ist, kann geknüpft daran für jede Werkversion jeweils eine V-ISAN erstellt werden. Alle zum Werk gehörenden Versionen (TV-Film, Kurzfassungen, Sprachversionen, DVDs, Farbversion eines ursprünglich Schwarz/Weiss-Originals, Trailer, Making-of usw.) können damit eine eigene Identifizierung erhalten. Die ersten 17 Ziffern der ISAN stimmen mit jenen der zugehörigen V-ISAN überein, so ist anhand der Nummer ersichtlich, dass es sich um das gleiche Werk handelt.

 

Eine Dokumentation für das Erstellen eine V-ISAN finden Sie hier.


6. Wo wird die ISAN angebracht?

 

Die ISAN ist die eindeutige Referenznummer für ein audiovisuelles Werk und soll als solche in allen Systemen, die Informationen über audiovisuelle Werke verwalten und verarbeiten, als Datenelement enthalten sein. Verwertungsgesellschaften verwenden die ISAN beispielsweise beim Austausch und der Verwertung von Informationen über die Auswertung von audiovisuellen Werken.

Bei audiovisuellen Werken in digitaler Form soll die ISAN in die entsprechenden Masterkopien des Werkes eingebettet und auf alle weiteren Kopien dieser Masters übertragen werden. Die MPEG-2 und MPEG-4-Normen (für die kodierte Darstellung von audiovisuellen und multimedialen Objekten) sehen eine Stelle für die ISAN-Identifikationsnummer im MPEG-Format vor.

Bei audiovisuellen Werken in analoger Form soll die ISAN in sicherer Form an die Masterkopie und an alle anderen Archivkopien angebracht werden. Bei neuen Werken kann die ISAN auf das Negativ der Masterkopie gedruckt werden. Für bereits bestehende Werke bedeutet dies eine sichere Koppelung von Werk und ISAN in Form eines dauerhaften Datensatzes, Archivs oder Inventars.

Die ISAN sollte ausserdem in der Dokumentation, auf der Verpackung oder im Abspann eines audiovisuellen Werks vermerkt sein.


7. Inwiefern berührt die ISAN das Urheberrecht?

 

Die ISAN berührt die Urheberrechte NICHT, da sie in keiner Weise mit dem Urheberrecht verknüpft ist – dies weder nach europäischem noch nach nordamerikanischem Verständnis dieses Begriffs. Die ISAN ist eine Identifikationsnummer ohne jegliche rechtliche Auswirkung oder Bedeutung. Informationen im ISAN-System zu beteiligten Personen dienen der besseren Identifizierung des Werks, die ISAN dient jedoch keinem Beweis bezüglich des Urheberrechtsstatus oder der Eigentumsverhältnisse eines Werks. Daran ändert nichts, dass die ISAN von Verwertungsgesellschaften als Werkzeug zur präzisen Unterscheidung der audiovisuellen Werke in ihrer Datenbank verwendet wird.


8. Sind für audiovisuelle Werke ISAN erforderlich?

 

ISAN ist grundsätzlich ein freiwilliges Nummerierungssystem.

Es ist ein Werkzeug zur Arbeitserleichterung, entwickelt von der Industrie für die Industrie. Die Effizienz und die Präzision von ISAN bei der Identifizierung von audiovisuellen Werken machen aus ISAN eine logische Geschäftsentscheidung - ohne indes obligatorisch zu sein.

 

Sowohl national wie international wird von verschiedenen Stellen jedoch eine ISAN verlangt, insbesondere:

  • Bei der Meldepflicht für Unternehmen, die in der Schweiz Filme für die Werknutzung ausserhalb der Kinos verwerten (Art. 24 Filmgesetz, Art. 16a Filmverordnung; siehe Merkblatt);
  • Bei der Filmförderung (in der Schweiz etwa vom Bundesamt für Kultur und vom Cinéforom);
  • Bei Filmfestivals;
  • Bei der Auszahlung von Urheberrechtsentschädigungen aus Frankreich und Spanien.

9. Wer erteilt die ISAN?

 

Das ISAN-System wird von der ISAN International Agency (ISAN-IA) geführt, die das gesamte System koordiniert und eine zentrale Datenbank aller ISAN-Registrierungen verwaltet. ISAN-IA bestimmt die einzelnen ISAN-Registrierungsagenturen und beaufsichtigt deren Arbeit. Diese Agenturen wurden gegründet, um für spezifische Länder, Regionen oder bestimmte Industriesektoren tätig zu sein. Alle ISAN-Registrierungsagenturen arbeiten als Non-Profit-Organisationen.


10. Wer kann eine ISAN beantragen?

 

Eine neue ISAN wird in der Regel durch die Filmproduzentin oder ihre Vertretung bestellt. Wird eine ISAN benötigt, bevor die Produzentin sie gelöst hat, kann auch der Verleih oder Vertrieb sowie ein Rechteinhaber die Anmeldung vornehmen (die so erstellte ISAN wird später der Produzentin zugeteilt).

 

Die Instanz oder Person, die eine ISAN beantragt, sollte in der Lage sein, diese ISAN auf permanente Weise am zu identifizierenden Werk anzubringen oder damit zu koppeln. Potenzielle Antragssteller_innen müssen sich zuerst bei einer ISAN-Registrierungsagentur anmelden, um als Benutzer_innen des ISAN-System zugelassen zu werden. In diesem Zulassungsverfahren wird geprüft, ob der oder die Antragssteller_in im Filmbereich tätig ist. Diese Kundenregistrierung ist einmalig und kostenlos.


11. Was kostet eine ISAN?

 

Für das Erstellen einer ISAN wird eine Gebühr erhoben, siehe dazu die Tarife von ISAN Berne. Alle Gebühren werden auf dem Kostendeckungsprinzip festgelegt.

 

Zusätzliche Gebühren können für weitere Dienste der ISAN-Agenturen erhoben werden, z.B. für auf den Kunden zugeschnittene Produkte oder Informationen aus der Datenbank.


12. Wer entwickelte die ISAN?

 

Das ISAN-System wurde unter der Schirmherrschaft von "ISO/TC 46/SC 9" als internationale Norm entwickelt:

  • ISO ist die International Organization for Standardization (Weltnormenorganisation) mit Sitz in Genf;
  • TC 46 ist das Technical Committee (TC) der ISO für Fragen der Normung zu Information und Dokumentation;
  • SC 9 ist das Subcommittee (SC) des TC 46, das ISO-Normen zur Identifikation und Beschreibung von Informationsobjekten entwickelt und verwaltet.

Im Mai 1997 gründete ISO/TC 46 Subcommittee 9 eine Working Group (WG 1) zur Entwicklung des ISAN-Projektes. Das Projekt stand unter der Leitung:

  • AGICOA: Association de Gestion Internationale Collective des Oeuvres Audiovisuelles (Verband für die Internationale Kollektive Wahrnehmung für audiovisuelle Werke);
  • FIAPF: Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films (Internationale Vereinigung der Filmproduzentenverbände);
  • CISAC: Confédération Internationale des Sociétés d'Auteurs et de Compositeurs (Internationale Vereinigung der Autoren- und Komponistenverbände).

Vertreter aus mehreren Ländern und internationalen Verbänden waren Mitglied der ISAN- Working Group und haben aktiv zur Entwicklung des ISAN-Projekts beigetragen.

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